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Historisch

Sammlung älterer Romane aus Afrika, die ich als „historisch“ abspeichere. Bisher:
1925: Chaka Zulu
1947: Chiquinho
1968: Das Gebot der Gewalt
1981: Ein Afrikaner in Grönland
1981: Die Kinder der Regenmacher

Yambo Ouologuem Das Gebot der Gewalt

Yambo Ouologuem: Das Gebot der Gewalt

Was mich an diesem Roman aus Afrika am meisten interessiert, sind seine Seltenheit und Skandale. Yambo Ouologuem veröffentlichte 1968, nur acht Jahre nach der Unabhängigkeit Malis, ein umstrittenes Buch, das Afrika nicht als Opfer des Kolonialismus sieht. 

Wie passt das zusammen? So kurz nach dem Ende der französischen Kolonialherrschaft, mitten in der postkolonialen Debatte, veröffentlicht ein Autor aus Mali eine Sage über „Das Gebot der Gewalt“ in Afrika. Frankreich ist begeistert und verleiht Yambo Ouologuem noch im gleichen Jahr – mit nur 28 Jahren und als erstem afrikanischen Autor – den bewährten Prix Renaudot. Er wurde schon als afrikanischer Proust gefeiert, aber kurz darauf fällt das Kartenhaus in sich zusammen.

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Bücher aus Afrika: Chiquinho

Baltasar Lopes: Chiquinho

Ich mag alte Romane aus Afrika sehr. Als Baltasar Lopes 1907 auf Kap Verde zur Welt kommt, wird gerade das Telefon salonfähig. 1947 veröffentlicht er seinen einzigen Roman „Chiquinho“, der als bedeutendster von den Kapverdischen Inseln gilt.

Solche alten Bücher aus Afrika sind eine ziemliche Rarität. In der Zeit der Kolonialisierung wurden nur wenige Romane aus Afrika veröffentlicht und dieser ist einer von ihnen. Das ist genau das, was den Roman für mich im Kern ausmacht. Während es immer mehr moderne Bücher und Gegenwartsliteratur aus Afrika auf dem Markt gibt, sind Romane wie „Ein Afrikaner in Grönland“ von 1981 und dieser Roman von 1947 vergriffen oder werden nicht mehr herausgegeben. Umso schöner, wenn man noch einen alten Fund abgreifen kann.

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Roman Tansania

Aniceti Kitereza: Die Kinder der Regenmacher

Die Familiensaga „Die Kinder der Regenmacher“ von 1981 gilt als größter Erfolg des Autors Aniceti Kitereza aus Tansania. Der Roman erzählt den Alltag und die Kultur der Menschen auf der Insel Ukerewe im Victoriasee vor der Kolonialisierung.

Man sagt, dass man ein Buch weglegen soll, wenn es nicht so spannend ist. Die Geschichte des Romans hat mich erst nicht sonderlich in ihren Bann gezogen, aber ich habe das Buch dennoch nicht weggelegt. Denn der afrikanische Hintergrund und die Erzählung aus vorkolonialer Zeit haben mich gepackt.

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Lesotho Roman Chaka

Thomas Mofolo: Chaka Zulu

„Chaka Zulu“ von Thomas Mofolo aus dem heutigen Lesotho gilt als erster Roman in einer afrikanischen Sprache. Chaka ist eine Legende, die das Volk der Zulu im südlichen Afrika zu einem der gefährlichsten Völker in Afrika machte.

Bei afrikanischen Autoren wird oft mit erwähnt, in welcher Sprache sie die Romane verfassen. Ngũgĩ wa Thiong’o aus Kenia publiziert zum Beispiel seit 1978 bewusst in seiner Muttersprache Kikuyu, denn Dekolonialisierung müsse auch im Geiste stattfinden. Wenn die Jugend in Afrika nur Englisch und Französisch lese, erwecke es den Eindruck, Wissen komme aus Europa. Ngũgĩ will über die Sprache das Selbstbewusstsein und mit Übersetzungen in andere afrikanische Sprachen den Zusammenhalt in Afrika stärken.

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Ein Afrikaner in Grönland

Tété-Michel Kpomassie: Ein Afrikaner in Grönland

Tété-Michel Kpomassie verließ Togo 1957 als 16-Jähriger. In “Ein Afrikaner in Grönland” durchqueren wir mit ihm Westafrika von Togo bis Dakar, reisen über Marseille und Bonn nach Kopenhagen und gelangen schließlich an die lang ersehnte Westküste Grönlands.

"Nicht auf die Reise kommt es an, sondern auf den Reisenden."
Sprichwort

Im Vorwort schreibt der Arktisforscher Jean Malaurie, Kpomassie habe als einer der ersten Afrikaner mit dunkler Hautfarbe den eisigen Boden Grönlands betreten. Seine Ankunft war eine Sensation für die Inuit, die sogar im Radio verkündet wurde. Später nahm die BBC Kpomassie auf in die Reihe Witness History, in dessen Episode er selbst von seinen Erlebnissen spricht. Im Roman „Ein Afrikaner in Grönland“ erzählt er, was einen 16-Jährigen Togolesen dazu bringt, alleine die Reise bis zum Nordpol anzutreten. Der Roman wurde 1981 in Paris veröffentlicht.

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